Du bist was du isst

06/2020
Die vegane Herausforderung B12

Zu den Langzeitfolgen einer veganen Ernährung zählen – neben den überwiegend positiven Veränderungen wie eine verbesserte Stoffwechselsituation oder die Etablierung eines günstigen Mikrobioms (u.a. Darmtrakt, Darmflora) bekanntermaßen aber auch die schleichende Entstehung eines Vitamin-B12-Defizits. Je nach Ausgangslage sind die hohen Reservekapazitäten von B12 in Leber und Niere nach zwei bis fünf Jahren erschöpft, was zu ausgeprägten, teilweise irreversiblen B12-Mangelsymptomen führen kann. Diese reichen u. a. von neurologischen oder neuropsychiatrischen Störungen über Schleimhautatrophien zu Anämie und immunologischen Auffälligkeiten.

In einer klinischen Studie der Universität Freiburg wurde gezeigt, dass sich relevante Vitamin-B12-Marker bereits nach einer 4-wöchigen rein veganen Ernährungsform signifikant verändern. Die Forscher verglichen u. a. die Werte für Holotranscobalamin (Holo-TC) und Serum-B12 von gesunden Freiwilligen, die vier Wochen lang entweder eine ausschließlich vegane Diät einhielten oder sich mit Mischkost ernährten. Holo-TC ist die metabolisch aktive Vitamin-B12-Form und gilt als sensitiver Marker für einen latenten B12-Mangel, da es bereits das frühe Stadium der Vitamin-B12-Speicherentleerung erfasst. In der vorliegenden Studie führte die verringerte B12-Aufnahme durch eine vegane Diät zum Absinken des mittleren Holo-TC-Werts von 67,3 pmol/l auf 43,6 pmol/l (Abb.). Dies entspricht einer 35%igen Reduzierung des zirkulierenden aktiven B12.

Schlussfolgerung: Veganer lassen sich oft nur schwer von der Notwendigkeit einer Mikronährstoff-Substitution überzeugen, auch weil sich Vitamin-B12-Mangelsymptome oft erst nach Jahren einstellen.

Ich kann Ihnen über die Funktionsmedizin aufzeigen, ob die Ursache Ihrer Symptome ein B12-Mangel ist oder auch schon gegebenenfalls vorbeugend arbeiten, dass der Mangel gar nicht erst auftritt.